Informationen zu ungelöstem Mordfall von 2014 in Stansstad
Die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft Nidwalden haben in einem sogenannten Cold Case, einem ungelösten Mordfall, eine gezielte Öffentlichkeitsfahndung gestartet. Mit einem Beitrag in der Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» vom 26. März 2025 haben sie auf das Tötungsdelikt an Emiliya Emilova aufmerksam gemacht. Die Leiche der damals 36-jährigen Bulgarin wurde am Morgen des 21. September 2014 am Ufer des Vierwaldstättersees in Stansstad entdeckt.
Zuletzt war das Opfer gegen Mitternacht am 20. September 2014 auf dem Strassenstrich Ibach in Luzern gesehen worden, wo sie ihrer Arbeit als Prostituierte nachgegangen war. Sie verliess den Ort offenbar Händchen haltend mit einem Mann. Wer dieser Mann war, konnte nicht ausfindig gemacht werden. Über die letzten Stunden im Leben von Emiliya Emilova ist bisher nichts Näheres bekannt.
Aufgrund der Umstände am Fundort an der Uferstrasse zwischen Stansstad und Kehrsiten war schnell klar: Die zweifache Mutter wurde Opfer eines Verbrechens. Trotz umfassender Ermittlungen konnte der Täter bisher nicht gefasst werden. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einem Einzeltäter und einer spontanen Tat aus, ermitteln jedoch weiterhin in alle Richtungen.
Die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft Nidwalden bitten die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Aufklärung des Tötungsdelikts (siehe Hinweise am Ende dieser Seite):
- Wer hatte vor dem oder am Tatabend Kontakt zur ermordeten Frau? Wer hat in der fraglichen Nacht am Luzerner Strassenstrich oder/und am Fundort der Leiche Beobachtungen gemacht, die etwas mit der Tat zu tun haben könnten? Nicht weit entfernt vom Fundort entfernt, hatte einige Stunden vorher eine Zeugin einen Streit zwischen einem Mann und einer Frau gehört, aber nichts gesehen.
- Wer kann Angaben zum Täter oder zum Umfeld des Opfers in der Schweiz machen? Vielleicht gibt es Mitwisser, denen er sich anvertraut hat oder die etwas ahnen. Denkbar auch, dass er nach der Tat eine Wesensveränderung durchgemacht hat, weil ihn die Tat belastete. Auch das könnte in seinem Umfeld aufgefallen sein.
Details zu Gegenständen und potenziellen Zeugen
Leiche: Beim Auffinden der Leiche ist der Oberkörper unbekleidet gewesen. Mit einem grünen Gartendraht (ca. 1.4mm dick) waren blaue Bänder an der Leiche befestigt – die Tragegriffe einer Migros-Einkaufstasche. Der Täter hat diese mutmasslich mit schwerem Material gefüllt und versucht, damit die Leiche im See zu versenken. Dabei waren die Griffe abgerissen. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter beide Sachen zufällig in seinem Auto hatte.
Verschwundene Gegenstände: Aus Emiliya Emilovas Besitz sind einige Gegenstände verschwunden. Dazu zählen eine dunkle Jacke oder ein dunkler Poncho, ein Paar rote Schuhe und eine Damenhandtasche. Ausserdem fehlen ihr Handy und ein kleiner silberfarbener Ohrstecker in Form eines Rings, Durchmesser: etwa 1.4 cm.
Mögliche Zeugen: Am Abend der Tat waren am Strassenstrich in Luzern zwei Männer aufgefallen. Beide konnten bis heute nicht ermittelt werden. Sie werden als wichtige Zeugen gesucht. Der eine hatte eine Glatze, war 25 bis 40 Jahre alt, ca. 1,75 m gross, muskulös und dunkel gekleidet. Er trug Ohrhörer, möglicherweise von einem Handy. Der andere Zeuge hatte dunkles, längeres Haar, war etwa 1,85 m gross und schlank.
Hinweise
Hinweise können an die Kantonspolizei Nidwalden gerichtet werden unter Tel. +41 41 618 44 66 oder kantonspolizei@nw.ch.
Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung von 10'000 Franken ausgesetzt.
→ Zum Beitrag in der Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» vom 26. März 2025
→ Zur Medienmitteilung der Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft vom 21. März 2025 und weiteren Informationen zum Fall und zu den bisherigen Erkenntnissen